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Neubau des Logistikgebäudes der Elztalbrennerei Weis

Baujahr: 2016 Architekt: Carré Planungsgesellschaft mbh. Geschäftsführer Klaus Wehrle, Architekt und Projektentwickler DWB. Ort: Gutach-Bleibach
Architektur Wie gestaltet man einen Bau der keine Fenster haben darf und äußerst wirtschaftlich gebaut sein muss? In diesem Fall erfolgt eine Abrundung des Siedlungsrandes zum Fluss „Wilde Gutach“ und dem anschließenden Grünzug durch eine klar definierte Gebäudekante. Das große Gebäude gliedert sich durch flache und der Neigung der umliegenden Bergrücken angepasste Dachlandschaft und nimmt die Höhe der umliegenden Gebäude auf. Die bestehenden Bauten werden mit dem Neubau eingefasst: somit erhält das Unternehmen ein neues Gesicht. Durch das Material Holz soll auf die Lage im Schwarzwald und die regional hergestellten Produkte reflektiert werden. Die Fassade wird durch unterschiedliche Holzflächen gegliedert. Die vertikalen Stöße dieser Flächen machen eine horizontale Konstruktionskante aus Blech notwendig, welche das Gebäude zusätzlich gliedern und dem großen Gebäude eine Maßstäblichkeit und Rhythmisierung geben. Bautechnik Das Tragwerk ist ein Mischtragwerk, bestehend aus Stahlbetonstützen (Brandschutz) in den Haupttragachsen und aufliegenden Trägern aus Brettschichtholz. Darauf sind Platten aus Kreuzlagenholz montiert, welche eine Dachscheibe ausbilden. Die Dachdämmung und ein mechanisch befestigtes Foliendach nehmen Fotovoltaikmodule auf, welche flach auf der Dachfläche montiert sind. Die Außenwandstützen sind ebenfalls aus Leimholz erstellt. Das Gebäude ist geprägt durch umfangreiche Forderungen an den vorbeugenden Brandschutz. Deswegen sind die drei unterschiedlichen Lageflächen durch Brandwände aus Stahlbeton (Sichtbeton) voneinander getrennt. Die Außenwände aus Kreuzlagenholzplatten sind auf wärmegedämmten Stahlbetonsockeln aufgelagert. Zusätzlich ist eine außenliegende Wärmedämmung mit hinterlüfteter Holzaußenverkleidung aus Douglasienholz aufgebracht. Das Fassadenholz stammt aus den umliegenden Wäldern. Dieses lasierte Holz ist äußerst widerstandsfähig gegen Alkoholpilz, der sich im Gegensatz zur neuen Holzfassade auf den Metallverkleidungen der Bestandsgebäude niederschlägt. Energie Das Logistikgebäude benötigt ca. 28,5 KWh/m² für die Beheizung/Kühlung und Beleuchtung des Gebäudes. Die Heizenergie wird durch einen Wärmetauscher durch den Brennvorgang der Edelbrände gewonnen und dem Logistikzentrum über eine Nahwärmeleitung zugeführt. Eine eigene Heizanlage ist somit nicht notwendig. Die elektrische Energie für den Betrieb der Beleuchtung und der Grundwasserwärmepumpe (Kühlung) wird durch eine auf dem Dach montierte Fotovoltaikanlage gewonnen. Bilanziell ist der Bau energieautark und emissionsfrei. Im Bereich des Holzfasslagers befindet sich eine Bauteilaktivierung zur Kühlung, welche auch im Sommer für eine gleichbleibende Temperatur und einen optimalen „Reifeprozess" der Branntweine sorgt. Die Fassade darf betriebsbedingt so gut wie keine Öffnungen haben. Ein ausgeklügeltes Raster aus Lichtkuppeln sorgt für eine gute Ausleuchtung mit Tageslicht. Besonderheiten Zur Erfüllung betriebsbedingter Anforderungen wurde der Neubau eines Logistikzentrums erforderlich. Der neue Gebäudekomplex bildet zur Landschaft einen harmonischen Abschluss. Die Ladezone ist aus Schallschutzgründen auf die der Wohnbebauung abgewandte Seite angeordnet. Die Gebäudehöhe orientiert sich an den umliegenden Bauten. Die Dachform der unterschiedlichen neuen Gebäudeteile nimmt die Neigungen der umliegenden Talkanten (Berge) auf. Das Gebäude gliedert sich in drei Abschnitte: Kommissionierfläche mit Rampenanlage, Blocklager mit Regalflächen, Holzfasslager für Branntweine zur Verlängerung des Reifeprozesses mit Stahltanklager für Schnäpse und Liköre. Durch die Lagerung großer Mengen Alkohol kommt dem vorbeugenden Brandschutz eine entscheidende Bedeutung zu. Um die große Fassade zu gliedern, wurde entsprechend der Lieferlängen der Bretter ein Fassadensystem aus drei unterschiedlichen Breiten entwickelt. Aus der Ferne erscheint das Gebäude sehr homogen. Beim Näherkommen lebt die abwechslungsreiche Fassade auf. Dem Eigentümer ist es wichtig seine heimischen Produkte in einem Gebäude unterzubringen, das sich zum Schwarzwald bekennt. Damit verbunden ist die Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien.Oberlichter in die Hallen. Der Eintrag an Wärmeenergie durch Sonneneinstrahlung darf durch die Lichtkuppeln jedoch nicht zu groß sein. Die Farbe der Dachhaut sowie die Dachneigung sind durch den Bebauungsplan vorgegeben. Im Kostenvergleich konnte die gewählte Konstruktion dem Vergleich mit konventionellen Stahlhallen gut standhalten, deswegen war der Bauherr leicht von diesem Konzept zu überzeugen.

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