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Historisches Wohn- und Bürohaus

Baujahr: 2008 Innenarchitekt: R21 Freie Architekten Ort: Karlsruhe

Ausgangssituation: Das ehemalige Verwalterhaus, das zum heutigen Hofgut „Freiherr Schilling von Canstatt Erben“ gehörte, wurde um 1780 am Ortsrand von Hohenwettersbach errichtet. Das denkmalgeschützte Gebäude stand einige Jahre leer und wurde zuvor als Wohnheim für geistig und körperlich behinderte Jugendliche genutzt. Hierfür sind in den 70-er und 80-er Jahren zusätzliche Einbauten vorgenommen worden. So waren z. B. raumteilende Trennwände eingezogen, behindertengerechte Bäder eingebaut und erhöhte Absturzsicherungen an Treppen und Balkonen angebracht. Das Gebäude wies diverse Bauschäden auf. In der Fassade waren Risse sichtbar und der Putz war stellenweise abgefallen, die Abdichtung der Balkonflächen war schadhaft und das Mauerwerk der Kellerwände partiell stark durchfeuchtet. Die alten Fensterelemente mit Einfachverglasung wiesen Undichtigkeiten auf und die vereinzelt eingebauten Kunstoffenster aus den 80-er Jahren waren teilweise stark verzogen. In dem teilweise ausgebauten Dachgeschoss war keine Dampfbremse vorhanden. Die Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen waren veraltet und stellenweise schadhaft. Um das Gebäude wieder nutzbar zu machen, waren umfassende Sanierungsmaßnahmen notwendig. Zielvorstellungen: Grundgedanke der neuen Eigentümer war, das Gebäude als Wohn- und Bürohaus selbst zu nutzen und an zeitgemäßen Wohnkomfort anpassen, jedoch gleichzeitig sensibel mit der denkmalgeschützten Substanz des Gebäudes umgehen. 

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Ihnen schwebten hochwertige Räumlichkeiten im Spannungsfeld zwischen alt und neu vor, verbunden mit dem Ziel, die Nutzungen Wohnen und Arbeiten unter einem Dach zu vereinen. Der eigentliche Charakter des Gebäudes sollte wieder sichtbar gemacht werden, jedoch im Zuge des Um- und Ausbaus durch ein modernes Raumkonzept neu interpretiert bzw. ergänzt werden - eine Anforderung, die es im kritischen Dialog mit der Denkmalschutzbehörde zu lösen galt. Umsetzung: Zunächst wurden sämtliche neuen Einbauten und nachträglich errichteten, raumteilenden Trockenbau- und Mauerwerkswände einschl. der veralteten Leitungen rückgebaut, das Gebäude bis auf die erhaltenswerte Substanz entkernt. Entsprechend der Planung konnten dann durch das Herstellen und Schließen von Wandöffnungen vollständig neue Raumbezüge geschaffen werden. Hierbei sind die maßlichen Gegebenheiten und die vorhandenen Raumproportionen berücksichtigt worden. Historische Bau- und Ausbauelemente wurden im Zuge der weiteren Maßnahmen - soweit möglich - fachgerecht aufgearbeitet und erhalten, jedoch im Hinblick auf die Nutzeranforderungen und die gestalterischen Ziele durch neue Bauteile und Oberflächen vervollständigt. Die Summe der Einzelentscheidungen führte zu dem gewünschten Ergebnis - der Dialog zwischen alt und neu scheint gelungen.