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Schwarzwald.Wein.Gut. Andreas Männle Vinothek & Holzfasskeller

Baujahr: 2014 Innenarchitekt: Bausinn Emmendingen, Interior Design Stefan Kornmeier & Jochen Werner Ort: Durbach

Schon bei der Zufahrt auf das Weingut sticht der moderne, direkt an das Schwarzwaldhaus anschließende Riegel ins Auge, der sich selbstbewusst ins Tal hinausschiebt: Grob behauene Steinriemchen in fallenden Längen aus Muschelkalk, sogenannte Bossensteine, geben dem flachen gut 28m langen Anbau eine gestreckte, horizontale Wirkung. Das über Eck verglaste Kopfende gibt schon von weitem Einblick in den Verkaufs- und Degustationsraum. Im Untergeschoss nimmt das steil am Hang liegende Gebäude den ebenfalls für Weinproben genutzten, großzügigen Holzfasskeller auf. Auch im Verkaufsraum findet sich Muschelkalk als Wandbelag, dazu reichlich rustikalastige Eiche und immer wieder Kupfer – alles Materialien, die direkt oder indirekt mit der Weinherstellung zu tun haben. Dieser Materialbezug war Stefan Kornmeier beim Entwurf, für den er den Wiesbadener Designer Jochen Werner ins Boot holte, besonders wichtig. Das Gestein als entscheidende Grundlage für den Charakter des Weines, die Eiche für die Fässer und den Ausbau und Kupfer als wichtige Designkomponente im Corporate Identity des Weingutes. Kernstück der Vinothek ist die etwa 11m lange Theke, die zur Degustation einlädt. Der geschichtete Möbelkorpus wird durch kupferhinterlegte Fugen gegliedert und löst sich am Kopfende in ein Vitrinen Teil auf. Frei im Raum stehende Sitzwürfel sowie vor der Fensterfront umlaufendes Board in Thekenhöhe bieten Platz zum Sitzen und Stehen, fahrbare Servicemobile nehmen während der Weinverkostung Gläser und Weinflaschen auf. Ein pfiffiges Detail haben Stefan Kornmeier und sein Team für die Präsentation der Weine und die Aufbewahrung der Weingläser entwickelt: An drei knapp raumhohen Wänden aus schwarzen Leisten lassen sich spezielle Holztablare für jeweils sechs, kopfüber am Stiel eingeklemmte Weingläser einhängen. Gegenüberliegend werden auf gewinkelten Einhängetablaren die 5 Sortentypen des Weingutes präsentiert. In sogenannten Aromaboxen aus eigens angefertigten Glaszylindern finden sich darunter zum Geruchsvergleich typische, mit den verschiedenen Weinen assoziierte Aromen. Vorbei an auf schlanken Eichenstehlen ausgestellten Weinflaschen, gelangt man über einen langestreckten Flur in den großzügigen und modern eingerichteten Verkostungsraum. An großen Eichentischen finden bis zu 50 Personen Platz. Eine umlaufende Sitzbank bietet vor Wänden aus Muschelkalk eine gemütliche Atmosphäre, welche durch das Lichtkonzept des Raumes noch verstärkt wird. Als zusätzliche Akzentbeleuchtung über den Tischen dienen unten angeschnittene und innen satinierte Weinflaschen aus der eigenen Flaschenkollektion. Im modern gestalteten Holzfasskeller des Weingutes sorgt ein ständig laufender Wasservorhang für die notwendige Luftfeuchtigkeit. In einem hinterleuchteten Regal werden hier auch die Schätze und Raritäten des Weingutes aufbewahrt. Fazit: Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der ausgezeichneten Weine!

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