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Drei Säulen für den Glauben - Ein Triolog zwischen Kirche, Turm und Gemeindezentrum

Baujahr: Nicht bekannt Architekt: Selina Dürr Ort: Bruchsal
Mit dem Entwurf wird ein wichtiger neuer Stadtbaustein in der Kernstadt eingefügt. Um einen Rückzugsort zu schaffen, wird der neue Stadtbaustein als Hofgebäude konzipiert. Das Raumprogramm gruppiert sich in einer dreiflügeligen Anlage um einen überschaulichen Innenhof. Aus der Grundstücksanalyse folgt der Entschluss, den Hof mittels mehrerer Durchgänge zur Umgebung hin zu öffnen. So bleiben die bestehenden Fußgängerwege erhalten und der Baukörper wirkt einladend. Drei Wege führen in den zentralen Hof, die verschiedene Wichtigkeit haben. Von Osten betritt man den Hof durch die breiteste Öffnung wie durch ein Tor. Verlässt man nun den Hof durch den Durchgang im Westen, gelangt man in den Pfarrgarten. Die Öffnung im Süden stellt die schmalste Durchwegung dar, da sie nicht wie die beiden anderen Durchgänge die Funktion hat, die Freiflächen miteinander zu verknüpfen. Durch diese Maßnahmen wird das Zentrum der Anlage zu einem halböffentlichen Ort. Der Gebäudekomplex ist nicht nur für Gläubige ein attraktiver Treffpunkt, sondern auch für die Bürger der Stadt, die keinen oder nur geringen Bezug zur Religion haben. Die Anlage wird durch die Integration der Fußgängerwege auch im Alltagsleben der Bürger verankert und bringt so insgeheim die Religion wieder näher an die Menschen. Um dennoch zu verdeutlichen, dass man beim Durchwegen einen anderen Ort betritt, muss man beim Betreten der Anlage zwei Stufen hinauf schreiten. Ein massiver Sockel bildet das Fundament für Kirche, Gruppenräume und Kirchturm. Diese drei Elemente schweben in Form von Lichtkuben über dem Sockel. Der Sakralraum dominiert den Entwurf mit seiner Proportion. Alle anderen Funktionen ordnen sich deutlich sichtbar unter. Er ordnet sich in der ruhigen Arealsmitte an. Ihm gegenüber, an der Orbinstraße liegend, werden der Kirchturm und die Gruppenräume angeordnet. Die drei Hochpunkte stehen in Verbindung und beziehen sich aufeinander. Der Kirchturm überragt seine Umgebung und lässt die Menschen den Gebäudekomplex als besonderen Ort wahrnehmen. Er dient außerdem als Aussichtsplattform und kann betreten werden. Der Pfarrgarten wird mit Hilfe einer Mauer gefasst. Die südliche Wand des Gartens wird als Sitzbank ausgebildet, die nördliche Wand wird auf der Grundstücksgrenze platziert, damit Passanten von außen Einblicke in den Pfarrgarten erhaschen können. Die Öffnungen im Sockel des Gebäudekomplexes haben neben der Funktion der Durchwegung auch den Effekt, Einblicke in den Hof zu gewähren. Mit diesen Gesten wurde ein Ort kreiert, der Rückzugsort ist, zugleich einladend wirkt und das Stadtbild prägt.

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