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MicMac Anders-Besser-Weniger!

Baujahr: Nicht bekannt Architekt: Michael Hosch Ort: Karlsruhe

MICMAC – micro units - macro benefits Michael Hosch Besser-Anders-Weniger! Die Entwurfsaufgabe am KIT im 5.Bachelor Semester, im Studio von Professor Dirk E. Hebel, hat sich der Herausforderung gestellt eine Aufstockung auf ein bestehendes Gebäude zu planen. Das Ziel war es eine Nachhaltige Lösung unter den Aspekten der Effizienz, Konsistenz und Suffizienz zu finden. Gleichzeitig wurde auch auf Teilgebiete der Tragwerkskonstruktion, Technische Gebäudeausrüstung und der Bauökonomie eingegangen. Der Entwurf wurde in Einzelarbeit angefertigt. Betreut wurden die Studierenden von Manuel Rausch und Daniel Lenz (Fachgebiet Nachhaltiges Bauen KIT). Überblick Die Stadt Karlsruhe steht vor neuen Herausforderungen, große Wohnungsnot durch das Wachstum der Stadt und den vielen Studenten an den Hochschulen. Dieser Entwurf beschäftigt sich mit einer Aufstockung eines Gebäudekomplexes in der Innenstadt von Karlsruhe unmittelbar in der Nähe der Universität. Die wichtigsten Aspekte sind Suffizienz, Effizienz und Konsistenz. Das Ziel war es möglichst nachhaltig und preiswert zu planen. Das Bestandsgebäude ist ein Wohnkomplex der Volkswohnungen in Karlsruhe. Charakteristisch sind die Arcaden im Erdgeschoss und die verglasten Treppenhäuser. Die Gebäude sind Teil einer größeren Anlage die einen privaten Innenhof umschließen. Entwurf Kollektiv und Individualflächen stehen im Kontrast zueinander. micro: Die Individualflächen sind auf den minimalsten Platzbedarf ausgelegt. Alle Wohneinheiten sind in Modulen gefertigt, um Montage und Kostenaufwand gering zu halten. Es gibt zwei Grundtypen von Modulen: 3x4 m im unteren Geschoss und 3x6m im oberen Geschoss. Jedes Modul hat große Fensterflächen und ein eigenes Bad sowie eine kleine Küchenzeile. macro: Der kollektive Bereich befindet sich in der Mitte des Gebäudes und wird durch ein Oberlicht mit Tageslicht versorgt. Im kollektiven Bereich sind Gemeinschaftsküchen, Waschmaschinen, Arbeitsplätze und Ess-Wohnbereiche untergebracht. Der Gemeinschaftsbereich ist ein großes Wohnzimmer mit sozialer Interaktion. Der Gebäudekomplex ist in 7 Wohnabschnitten unterteilt. Jeder Wohnabschnitt setzt sich maximal 14 Personen zusammen. Der gesamte Körper besteht aus 75 Modulen in den maximal 95 Personen unterkommen können. Nachhaltige und natürliche Materialien sorgen für ein angenehmes Raumklima. Die Lamellenfassade schützt vor der direkten Sonneneinstrahlung und reagiert auf die unruhige Gebäudefassade des Bestandes. Die Fassade zieht sich in den Treppenhäusern bis zur Straßenebene nach unten und sorgt für ein neues Erscheinungsbild und einer neuen Identität des Gebäudes. Der Innenhof und Vorplatz des Gebäudes werden zusätzlich erneuert, um den Bewohnern des gesamten Gebäudes entgegenzukommen. Zwischen Bestandsgebäude und Neubau muss eine Ausgleichschicht geplant werden, um die aufkommenden Lasten gleichmäßig in die tragenden Wände abzutragen. Durch eine 950qm große Solarfläche auf dem Dach, kann der Neubau fast komplett mit Strom versorgt werden. Die intelligente Nutzung des Solarstroms auch in Zusammenspiel mit der über Fernwärme betriebenen Fußbodenheizung ist möglich. Der Nutzerkomfort, die soziale Zufriedenheit der Bewohner und die Einbindung der Aufstockung in den städtebaulichen Kontext sind von zentraler Rolle. Gestaltung Die Aufstockung reagiert auf die heterogene Bestandsfassade mit einer homogenen Lamellenfassade. Diese zieht sich in den Treppenhäusern bis auf die Straßenebene nach unten und gibt dem ganzen Wohnkomplex eine neue Erscheinung. Neue Bodenbeläge auf dem Vorplatz und eine Neugestaltung des Innenhofes soll den Wohnkomplex aufwerten und für eine neue Identität sorgen. Die Lamellenfassade öffnet sich zum Innenhof in den kollektiven Bereichen. Jeder individuale Bereich hat mindestens ein Bodentiefes Fenster, das sich manuell mit einem Lamellen-Sonnenschutz verschatten lässt. Die schlanken horizontalen schwarz-eloxierten Aluminiumschienen trennen die Stockwerke von einander und geben der Fassade eine ablesbare Struktur. Die Holzlamellen tragen mit der Zeit und der entstehenden Patina zur Gestaltung bei. Die Module sind im Innenraum sehr schlicht gehalten. Weiß verputze Lehmbauplatten an den Wänden und der Decke und ein schlichter pflegeleichter dauerhafter Fußboden sorgen für ein angenehmes Raumklima. Der kollektive Bereich erstreckt sich über beide Stockwerke und wird mit einem Oberlicht mit ausreichend Licht versorgt. Der Raum wird bewusst durch das Raster der Module an den Holzsparren im Dachbereich gegliedert.

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