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Sporthalle der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe

Baujahr: Nicht bekannt Architekt: Lukas Großmann und Vincent Söllner Ort: Karlsruhe
Das Grundstück der Sporthalle befindet sich in prominenter Lage der Karlsruher Innenstadt direkt an der Moltkestraße und neben der Mensa Moltke. Somit ist es Bindeglied vieler Bildungseinrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft wie der Pädagogischen Hochschule, der Hochschule für Technik und Wirtschaft, der Johann-Peter-Hebel-Schule und des St. Dominikus Mädchengymnasiums. Daraus resultiert, dass viele junge Menschen - Schüler und Studenten - aber auch Professoren und Lehrer in dieser Gegend leben, lernen und arbeiten. Für den Entwurf stellt das einen entscheidenden Faktor dar. Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe nutzt eine konsequente Verbindung erziehungswissenschaftlicher, fachdidaktischer und fachwissenschaftlicher Perspektiven für eine innovative Lehr-Lernkultur sowie für Forschung und Theoriebildung. Dies weckt den Anspruch, den Neubau methodisch zu entwerfen und systematisch zu entwickeln. Ziel war es, neben dem Gebäude selbst zusätzliche Nutzungen zu schaffen. Zum einen gelingt das durch Anheben des Hallenvolumens, wodurch auf Geländeniveau öffentlicher Raum entsteht und zum anderen durch die Inklusion von Fahrradstellplätzen für die benachbarten Hebel-Schulen, wodurch deren geringe Pausenhoffläche vergrößert wird. Des weiteren wurde die Grundfläche des Neubaus bewusst auf ein Minimum reduziert, um kompakte Grundrisse und geringe Erschließungsfläche zu erhalten. Dies hat zur Folge, dass sich das Gebäude stark in die Höhe entwickelt. Die Gesamthöhe von 27 Metern ist im Kontext der Blockrandbebauung der Innenstadt und der hohen Bildungseinrichtungen und Wohnheimen vertretbar, jedoch wurden gezielt einzelne Raumgruppen gestaffelt und nach innen versetzt angeordnet, um bei naher Betrachtung des Baukörpers die Höhe des Gebäudes optisch aufzulösen. Lediglich der Turm, der den Eingang in das Gebäude bildet und bewusst mit „Blick“ auf die Pädagogische Hochschule angeordnet ist, stellt sich selbstbewusst in den Vordergrund. Dies vereinfacht das Auffinden der Eingänge und verhindert einen konkurrierenden Blick auf das Hallengebäude und die Mensa Moltke und lässt ihr somit eigenen Geltungsraum. Städtebaulich lässt das Gebäude mit seinen vielen Versprüngen und einzelnen Volumina an der Nord- und Südseite keine klare Kante erkennen. Durch gläserne Raumvolumen und großzügige Freiflächen verschwimmt der Bereich zwischen Straße, Radweg und Engländerplatz. Auf der Ostseite betont das Gebäude jedoch klar die Grundstücksgrenze, bildet einen eindeutigen Abschluss zum Schulhof und wirkt dennoch durch seine integrierte Pausenhofnutzung nicht abweisend. Die Westseite ist im Erdgeschoss weitgehend unbebaut, um einen bequemen Durchgang von allen Seiten in alle Richtungen zu gewährleisten. Die Fassade wird durch ein strenges Raster konsequent gegliedert. Es gibt nur drei Unterscheidungen im Material: Transparent (Glas), Semitransparent (Glas mit eingelegtem Kupfergewebe, Blendschutz) und Opak (Außenverkleidung aus Kupfer). Die Fassade reagiert in Sachen Material auf die Nachbarbebauung und wirkt dennoch eigenständig. Durch die Differenzierung der Opazität lassen sich von außen unterschiedliche Funktionen und Nutzungen im Inneren des Gebäudes erkennen. Die Dachflächen sollen begrünt werden. Lediglich die Flächen über den Fluren sollen verglast werden, um für maximalen Lichteinfall zu sorgen.

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