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Tabaktheater

Baujahr: Nicht bekannt Architekt: Sonja Steenhoff Ort: Hayna

Bis Ende des 20. Jahrhunderts prägte der Tabakanbau das charakteristische Ortsbild des kleinen Straßendorfs Hayna mit seinen 971 Einwohnern. Doch die circa 250 Tabakschuppen, in denen früher der Tabak getrocknet wurde, stehen seit dem Ende der EU-Tabakanbausubventionen leer und verfallen immer mehr. Erst in den letzten Jahren hat sich eine Interessensgemeinschaft in Form einer Bürgerstiftung gebildet um die charakteristischen Typologien zu erhalten. Aber was sind adäquate und dem Geist der Zeit entsprechende Nutzungskonzepte und Visionen für die Strukturen? Die Tabakschuppen in Hayna sind Teil einer beindruckenden und schützenswerten Agrararchitektur ländlicher Gebiete in der Pfalz und Baden. Durch wenige, gezielte Eingriffe möchte das Projekt einen neuen Ort der Begegnung und des Kulturerlebens schaffen, der die Atmosphäre und den Raumeindruck dieser alten Schuppen bewahrt und gleichzeitig neu interpretiert. Durch persönliche Gespräche und Veranstaltungen zur Partizipation hat sich gezeigt, dass sich die meisten Einwohner Haynas für das Grund-stück der Gemeinde eine öffentliche Nutzung vorstellen. Besonders der Wunsch nach einem neuen Treffpunkt wurde häufig genannt. Der Entwurf möchte den Bürgern hiermit – im Wortsinn - eine Bühne bieten, die vielfältig genutzt und erlebt werden kann und dem Ort einen alternativen Charakter und neuartige Aufenthaltsqualität verleiht. Die Funktionen eines klassischen Theaters werden auf drei unterschiedliche Baukörper verteilt. So entsteht ein Ensemble, das sehr flexibel ge- nutzt werden kann. Die Bühne befindet sich im größeren Tabakschuppen und kann durch ein großes Tor auch zum Platz hin geöffnet und bespielt werden. Im kleineren Schuppen befinden sich in einem neu geschaffenen Baukörper die Nebenfunktionen, wie Kasse und Garderobe. Die Scheune wird im stärkeren Maße umgebaut, dort entsteht ein großes Café mit Bar und im oberen Stockwerk Organisationsräume für das Theater. Die Einbauten bestehen aus einfachen Holzkonstruktionen, die im Sinne der nachhaltigen Nutzung auch wieder ab- oder umgebaut werden können, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern. Zusätzlich können durch beliebig erweiterbare Container hinter der Scheune Funktionen ausgelagert und erweitert werden.

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