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Evangelisches Gemeindehaus Weisweil

Baujahr: 2018 Architekt: Günter Erny Ort: Weisweil
Das Gemeindehaus wurde an der östlichen Grundstücksgrenze des Baugrundstücks platziert. Die so entstandene großzügige Freifläche orientiert sich nach Westen zur Hauptstraße und bildet dort mit dem schattenspendenden Baumdach einen Dorfplatz als wichtigen Baustein zur Gestaltung einer neuen Ortsmitte. Bei dieser Gebäudestellung lässt das Gemeindehaus eine ungehinderte Sicht auf die Kirche zu und bildet zusammen mit der Kirche die Platzwände für die vorgelagerte Freifläche. Die Wegebeziehungen über das Grundstück hinweg verweben das Baugrundstück mit den Flächen um die Kirche. Es entsteht eine wahrnehmbare neue Einheit, eine Komposition zwischen Alt und Neu mit neuen Beziehungen, die bis in die angrenzenden Straßenräume spürbar sind. Die Kirche erfährt im städtebaulichen Kontext eine deutliche Aufwertung. Der Umgang mit der unter Denkmalschutz stehenden Kirchhofmauer ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Diese Mauer wird nur an zwei Stellen unterbrochen und im Bereich des Vorplatzes gekürzt. Der stimmungsvolle Eindruck und die räumliche Wirkung des gefassten Kirchhofs bleiben erhalten, da die Wand als durchgehendes Element weiterhin sichtbar ist. Auf der anderen Seite wird die Mauer zur Leitwand, die den Besucher bis in das Foyer des Gemeindehauses führt. Auch dort ist die Mauer weiterhin erkennbar. Durch die Integration eines Mauerstücks in das Gebäude verliert sie ihre trennende Wirkung. Vom Platz aus wird sie lediglich noch als strukturierendes Einzelelement im Freiraum wahrgenommen. Um die räumlichen Beziehungen und die funktionalen Verbindungen zu stärken, steigt das gesamte Baugrundstück barrierefrei auf das Niveau des Kirchengrundstücks an. Es entstehen höhengleiche Verbindungen zwischen Kirchplatz, Gemeindehaus und den vorgelagerten Freiflächen, sowie eine großzügig zusammenhängende Vorzone zur Hauptstraße hin. Die umlaufende Sitzmauer verbindet und fasst diese Komposition von öffentlich - kirchlichen Flächen zusammen und hebt den Platz vom Straßenverkehr ab. Es entsteht eine erhöhte Freiraumloggia, die sich hervorragend auch bei festlichen Aktivitäten des Dorfes nutzen lässt. Der Neubau besteht aus einem eingeschossigen flachgeneigten Baukörper mit dem Hochpunkt zur Sternenstraße hin. Im Gegensatz zu der von der Straße abgerückten Saalfassade präsentiert sich das Gebäude hier im Straßenraum und markiert den Ort. Betreten wird das Gebäude entlang der Leitwand von Westen. Sowohl das Foyer wie auch der Saal öffnen sich auf diese Seite zur vorgelagerten Freifläche. Dies ermöglicht den direkten Blickbezug zum Platz sowie unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten im Zusammenspiel zwischen Innen und Außen. Ein Baumdach mit Zierkirschen bietet im Sommer Schatten und zeigt den Wechsel der Jahreszeiten auf dieser innerörtlichen und zum Verweilen einladenden Fläche. Die Nebenräume befinden sich auf der dem Platz abgewandten östlichen Seite des Gebäudes. Über einen Nebeneingang erfolgt die Anlieferung des Gebäudes direkt von der Sternenstraße aus. Die Wände des Saales sind beweglich gehalten, so dass unterschiedliche Szenarien auch unter Einbeziehung des Foyers möglich sind. Die Küche liegt zentral in der Nebenraumspange und kann den Saal, das Foyer oder über das Foyer oder einen Teil des Saales auch die Freiflächen direkt versorgen. Zur Nachhaltigkeit des Gemeindehauses tragen eine Wärmepumpe zur Kühlung und Beheizung, ein hoher Wärmeund Sonnenschutz sowie ein optimales AV-Verhältnis bei. Ergänzt durch eine natürliche Lüftung über opake Lüftungselemente mit zentraler Abluft.

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