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Neubau Einfamilienhaus in Massivholzbauweise (NUR-HOLZ)

Baujahr: 2015 Architekt: Lars Neininger, Dipl. Ing. (Fh), freier Architekt Ort: 76479 Iffezheim
Moderne Architektur in Einklang mit traditioneller Holz-Baukunst In Kooperation zwischen Architekturbüro Lars Neininger und Manufaktur-Haus GmbH entstand in Iffezheim im Landkreis Rastatt das ökologisch, ökonomisch sowie architektonisch anspruchsvolle NUR-HOLZ Fertighaus. Ein nachhaltiges Wohnhaus für die Zukunft war der Wunsch der 6-köpfigen Familie Kasper. Das Baugrundstück befindet sich an einer prominenten Stelle im Entwicklungsgebiet von Iffezheim. Es ist zum einen umgeben von neuer individueller Architektur, zum anderen grenzt es an landwirtschaftlich betriebene Felder. Diese gegensätzlichen Umgebungsqualitäten sind in das Konzept des Einfamilienwohnhauses eingeflossen, sowie die Leidenschaft zu dem Werkstoff Holz. Das Gebäude wird im Süden über einen großzügig überdachten Eingang erschlossen. Raumhohe Türen und Einbaumöbel entwickeln einen fließenden Übergang zwischen den einzelnen Bereichen. Ein offenes Treppenhaus sowie bodentiefe Fensterfronten betonen die einladende Diele. Da der Erdgeschossgrundriss wie ein Rundlauf konzipiert ist gelangt man von der Diele in den offenen Koch- Ess- und Wohnbereich. Hier ist der Mittelpunkt der Familie, indem jeder Bewohner seinen eigenen Lieblingsplatz findet. Ein fünf Meter hoher Luftraum über den Essbereich und eine moderne Ofenbank mit Koje zonieren diesen Raum. Der drehbare Holzofen wird über einen Hypokausten erwärmt und verhindert, dass giftige Rauchgase entstehen. Ein Schlossdielenboden verzahnt optisch den stringent angeordneten Erdgeschossgrundriss. Die über die gesamte Hausbreite gehenden Dielen mit einer Stärke von 28 mm sind massiv ausgeführt und unterstreichen den besonderen Holzhauscharakter. In den darüber liegenden Etagen befinden sich die Privaträume der Eltern und Kinder. Ein Zwischenraum im Dachgeschoss lädt die Kinder zum gemeinsamen Spielen ein. Durch helle Materialoberflächen die eine perfekte Reflexionsfläche bieten sowie durch abgestimmtes Lichtkonzept entsteht ein spannendes Spiel aus Schatten und Licht im Innenraum. Die weichen Holzoberflächen im Innenraum fangen zudem Tonschwingungen sanft auf, sodass eine gute Raumakustik (Schallschutz) entsteht. Konstruktion_ Der Rohbau wurde in der Rombach NUR-HOLZ Systembauweise umgesetzt. Bei diesen vorgefertigten massiven Elementen werden verschieden starke Nadelholzbrettlagen (Tanne und Fichte) in Kreuzlagenform mittels Hartholzschrauben zu kompakten Vollholzteilen miteinander verbunden. Durch die Verwendung von Hartholzschrauben aus Buchenholz konnte auf Leim, Metall oder Dübel verzichtet werden, sodass die Einstofflichkeit des Gesamtsystems erhalten blieb. Die Brettlagen werden verzugs- und dehnungsfrei verschraubt und dienen gleichzeitig der Statik, der Dämmung und dem Brandschutz. Für ein einzigartiges Raumklima sorgt eine Luftschicht zwischen Dämmung und Fassade die den Feuchtehaushalt unterstütz. Die Hölzer stammen aus dem Schwarzwald von nachhaltig bewirtschafteten Forstbeständen und werden in einem schonenden Prozesse auf einen zum Bauen optimalen Feuchtigkeitsgrad von ca. 10-12% getrocknet. Die naturbelassenen Elemente sind daher besonders haltbar und bieten ohne zusätzlichen Schutzanstiche oder chemische Zusätze Schutz vor Schädlingen und Pilzen. Um einen Kontrast zwischen der Außenansicht zur Innenansicht herzustellen wurde das Gebäude größtenteils mit Faser-Zementplatten versehen. Das Dach fungiert optisch als zusätzliche Fassade. Die mit Hinterlüftung angebrachten, diffusionsoffenen Faserzementplatten sind licht- und forstbeständig, stoßfest und nicht brennbar. Eine zusätzliche Behandlung ist nicht notwendig und sie sind bei Bedarf einfach zurückbaubar. Einzig die Giebelseiten erhielten eine horizontal ausgeführte, hinterlüftete Rhombusschalung aus Weißtannenholz. Diese dient zusätzlich als Fallschutz bei den bodentiefen Fensteröffnungen im Obergeschoss. Insgesamt wurden etwa 160 m3 an massivem Holz verbaut. Dies entspricht einem Kohlenstoffanteil (Holz besteht zu 50% aus Kohlenstoff) von 40 Tonnen, was einer CO2-Speicherung von über 147 Tonnen gleichkommt. Das Holzgebäude selbst lastet auf einem vorgefertigten Stahlbeton-Keller der mit einer XPS-Perimeterdämmung gegen das Erdreich gedämmt ist. Eine witterungsbeständiges und elastisches EPDM-Band aus Kautschuk trennt die beiden Gebäudeteile. Eine Gasbrennwertherme mit circa tausend Liter fassendem Pufferspeicher und Solarthermie versorgt das Gebäude mit Heizenergie und Warmwasser. Das Warmwasser wird über eine Frischwasserstation im Durchflussprinzip erzeugt

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